ausführliche Anleitung von Anna und Melli

Hundestrickpulli

Zum Material:

- Wolle aus Kunstfasern (Polyester, Polyacryl) wird gut vertragen, hält was aus, lässt sich meist gut waschen und kratzt nicht. Naturfasern (Schur- und Baumwolle) werden nicht von allen Hunden auf der Haut vertragen. Für unseren Beispielpulli benötigten wir 85 g Wolle mit einer Lauflänge von 133 m je 50 g Knäuel.

- Nadelspiel und Rundnadel (40-80 cm) in zur Wolle entsprechender Stärke

-  für die Rückenlänge schlage ich noch ein paar cm auf, da sich der Pulli vorne  in der Bewegung etwas zusammenzieht. Bei kleinen Hunden etwa 5cm, bei sehr kleinen weniger, bei großen mehr. Also wird der Pulli für einen Hund mit 30cm Rückenlänge 35cm lang.

Strickanleitung:

In unserem Beispiel verwenden wir 3,5er Nadeln. Je nach Materialstärke und wie dick der Pulli werden soll, kann man den Faden auch mal doppelt nehmen. Am Besten strickt man fest mit relativ dünner Nadel, damit der Pulli wirklich Wind und Wetter besser fernhält.

Der Kragen wird im Bündchenmuster gestrickt (2 linke und 2 rechte Maschen im Wechsel), von daher muss die Maschenanzahl durch 4 teilbar sein. Wir nutzen zum Anschlagen der Maschen und zum Stricken des Kragens ein Nadelspiel und wechseln für den Körper auf eine Rundnadel in der gleichen Stärke.

Für den Kragen schlägt man 60-72 Maschen, je nach Halsumfang, an. Der Halsumfang liegt bei Chinese Cresteds durchschnittlich bei 27cm. Um diesen genau zu ermitteln, misst man den Halsumfang an der dicksten Stelle. Für die genaue Maschenanzahl strickt man eine Maschenprobe und misst, wie viele Maschen 10cm ergeben. Diese Anzahl durch 10 teilen, dann mit dem Halsumfang mal nehmen.


Der fertige Kragen auf dem Nadelspiel

Bsp:

Halsumfang 27cm;
Maschenprobe: 25 Maschen ergeben 10cm, also entsprechen 2,5Maschen 1cm.

Also 2,5x27cm= 67,5Maschen-> also rundet man auf 68 Maschen auf, damit diese auch durch 4, für das Bündchenmuster, teilbar sind.

Die Maschen entweder gleichmäßig (17Maschen je Nadel) oder „paarweise" (16-18-16-18) auf die 4 Nadeln verteilen.

Die Halslänge bestimmt, wie lang man den Kragen strickt. Durchschnittliche Halslänge beim Chinese Crested ist etwa 8cm. Für einen Rollkragen strickt man also etwa 16cm.

Für die Brustzunahme nimmt man Maschen zu, wie bei einem Raglanärmel. Die Maschen werden wie folgt aufgeteilt: Raglan, 1/4 der gesamten Maschen für den Brustbereich, Raglan, die restlichen Maschen für den Rückenbereich.

Im Beispiel haben wir ja 68 Maschen, also nehmen wir für den Brustbereich 17 Maschen (68:4=17). Es wird im Wechsel je eine Runde zugenommen und eine Runde ohne Zunahme gestrickt, so wie die Maschen erscheinen. Die zugenommenen Maschen werden hierbei rechts gestrickt.

Für die Maschenzunahme mit der rechten Nadel unter den Querfaden zwischen 2 Maschen einstechen und eine rechte Masche herausstricken.






Durch die Zunahmen entstehen jeweils 2 kleine Löcher. Zwischen diesen werden die Maschen rechts links rechts gestrickt.

 

Legende:

o = Maschenzunahme (Mit der rechten Nadel unter den Querfaden, der zwischen zwei Maschen gespannt ist, von vorne einstechen und den Strickfaden durchziehen, so dass eine rechte Masche entsteht)

v = rechte Masche
- = linke Masche
ov-vo = Raglanzunahme

[17 v] = 17 rechte Maschen (-> Brustbereich)
[45 v] = 45 rechte Maschen (-> Rückenbereich)

Strickschrift:

1. Runde: ov-vo [17 v] ov-vo [45 v]
2. Runde: vv-vv [17 v] vv-vv [45 v]
3. Runde: ov-vo [19 v] ov-vo [47 v]
4. Runde: vv-vv [19 v] vv-vv [47 v]
usw.

Durch die Zunahmen werden es pro Zunahmerunde 4 Maschen mehr, somit werden der Brustbereich sowie Rückenbereich also je Zunahmerunde um je 2 Maschen breiter.

Für die Bestimmung der Länge des Brustbereiches misst man frontal vor dem Hund stehend vom Brustbein bis runter zum Ende der Brust. In unserem Beispiel sind es 7 cm. Die letzten 2-3 cm hiervon strickt man im Bündchenmuster (2 Maschen rechts, 2 Maschen links), damit der Pulli sich später dem Körper anpasst und nicht aufrollt. Wenn die gewünschte Länge erreicht ist, kettet man die Brustmaschen zwischen den Raglanstreifen ab.



Nun wird das „Loch" für die Vorderbeine gestrickt. Hierfür kann man nicht mehr in Runden weiterstricken, sondern man strickt glatt rechts in Reihen wie folgt: 1 Reihe rechte Maschen auf der rechten Seite (Außenseite) des Pullis, Strickstück wenden, 1 Reihe linke Maschen auf der linken Seite (Innenseite). Hierbei werden die Maschen gestrickt, wie sie erscheinen und es werden keine weiteren Maschen zugenommen. Am Rand ist hierbei darauf zu achten, dass die zweite sowie die vorletzte Masche auf der rechten Seite als eine linke Masche gestrickt wird und auf der linken Seite als eine rechte Masche.

Strickschrift:
rechte Seite: v-[Rückenbereich v]-v
linke Seite: -v[Rückenbereich -]v-

 

Nach ca. 4 cm werden nun Maschen für den Bauchbereich aufgenommen, so dass man wieder in Runden strickt. Hierfür misst man den Brustumfang des Hundes und rechnet diesen in Maschen um. Nun zählt man, wie viele Maschen man aktuell auf der Nadel hat und zieht diese vom Brustumfang ab. Das Ergebnis ergibt die Maschenanzahl, die für den Bauch zugenommen werden muss. Die Bauchmaschen werden im Bündchenmuster gestrickt, damit es sich gut an den Hundebrustkorb anpasst und nicht schlabbert.

Maschenaufnahme am Bauch:






 






Beispiel:

Brustumfang 40 cm
1 cm -> 2,5 Maschen
40 cm -> 100 Maschen
Die Rückenmaschenanzahl beträgt in unserem Beispiel 82 Maschen.
100 - 82 = 18
18 Maschen werden für den Bauchbereich aufgenommen.

Der Bauchbereich wird im Bündchenmuster gestrickt.

Die Länge des Bauchbereiches richtet sich danach, wie weit der Bauch bedeckt sein soll und man misst von etwa der Höhe des Ellenbogens bis zu dieser Stelle. Außerdem misst man an dieser Stelle den Bauchumfang. Da der Hund zur Taille hin schmaler wird muss man am Bauchbereich Maschen abnehmen. Hierzu rechnet man den Bauchumfang von cm in Maschen um und zieht diese von dem Brustumfang ab. Dies ergibt, wie viele Maschen abgenommen werden müssen. Zur Abnahme werden je 2 Maschen an der linken und rechten Seite des Bauchbündchens zusammengestrickt.

Beispiel:

Brustumfang: 40 cm = 100 Maschen
Bauchumfang: 36 cm = 90 Maschen
-> es müssen 10 Maschen abgenommen werden
Bauchlänge: 10 cm

-> pro 2 cm muss im Schnitt also 1x abgenommen werden (je eine Masche an der linken und der rechten Seite des Bauchbündchens), so dass man auf 5 Abnahmen in den 10 cm Länge kommt

Je nach Form des Brustkorbes kann auch ein paar cm Bauchbündchen ohne Abnahmen stricken und die notwendigen Abnahmen auf die letzten cm verteilen.

Die verbleibenden Maschen des Bauchbündchens abketten.

Aufgrund der Dehnbarkeit der Wolle haben wir in unserem Beispielpulli öfter abgenommen als eben beschrieben.


Die restlichen Maschen nun wieder in Reihen stricken: 1 Reihe rechte Maschen auf der rechten Seite (Außenseite) des Pullis, Strickstück wenden, 1 Reihe linke Maschen auf der linken Seite (Innenseite). Hierbei werden die Maschen gestrickt, wie sie erscheinen. Am Rand ist hierbei darauf zu achten, dass die zweite sowie die vorletzte Masche auf der rechten Seite als eine linke Masche gestrickt wird und auf der linken Seite als eine rechte Masche.

Strickschrift:

rechte Seite: v-[Rückenbereich v]-v
linke Seite: -v[Rückenbereich -]v-


Man misst jetzt die Länge des Pullis ab dem Halsansatz und zieht diese von der Rückenlänge des Hundes (von Halsansatz bis Rutenansatz gemessen) ab. Dies ergibt die restlichen zu strickenden cm. Am Ende erst mit größeren, dann mit immer kleiner werdenden Reihenabständen (ähnlich wie beim Stricken von Sockenspitzen) an den Rändern immer 2 Maschen zusammenstricken, so dass durch die Maschenabnahme eine schöne Rundung entsteht. Hierbei darauf achten, dass die Randmaschen v- bzw. -v erhalten bleiben, damit sich die Ränder nicht aufrollen. Die letzten 4-7 cm im Bündchenmuster stricken, so dass sich der Pulli besser an die Körperform des Hundes anpasst.

 

 

 

 
Wir bedanken uns bei unserem vierbeinigen Model.

Ein paar kleine Tipps zum Abschluss:

- Wie man bei unserem Model sieht sind die 4 cm für den Vorderbeinausschnitt recht großzügig bemessen, so dass der Pulli in der Bewegung nicht am Ellenbogen reiben kann. Je nach Hund kann man auch nur 2-3 cm freilassen.

- Statt am Rand nur v- zu stricken kann man auch v-v- oder v-v-v- stricken, da sich der Pulli je nach Wollbeschaffenheit trotz Randmaschen einrollen kann.

Viel Spaß beim Nachstricken wünschen Astrid, Anna und Melli!